Domaine Gros Frére et Soeur

6, Rue des Grands Crus

21700 Vosne-Romanée

(Côte-de-Nuits Burgund) FRANKREICH

Tel.: 0033 380 61 12 43 / Fax: 0033 380 61 34 05

E-Mail: bernard.gros2@wanadoo.fr

Internet: www.g-f-s.fr

 

Besitzer: Domaine Gros Frère et Soeur

 

Rotweine

Bourgogne Haut-Côtes de Nuits AC

Rebenfläche: 9 ha

Traubensorte: 100% Pinot Noir

Jahresproduktion: 23‘000 Flaschen (2003)

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Vosnée Romanée AC

Rebenfläche: 3 ha Pinot Noir

Jahresproduktion: ca. 17‘400 Flaschen (2005)

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Vosnée Romanée 1er AC

Traubensorte: Pinot Noir

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Vosne-Romanée 1er Cru Les Chaumes

Traubensorte: Pinot Noir

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Échézaux Grand Cru AC

Traubensorte: Pinot Noir

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Grands-Échézeaux Grand Cru AC

Rebenfläche: 0,37 ha Pinot Noir

Jahresproduktion: ca. 1450 Flaschen (2005)

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Richebourg Grand Cru AC

Rebenfläche: 0,69 ha Pinot Noir

Jahresproduktion: 3‘252 Flaschen (2008)

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Clos de Vougeot Grand Cru AC, Musigny

Rebenfläche: 0,75 ha Pinot Noir

Jahresproduktion: 3'276 Flaschen (2006)

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Weisswein

Bourgogne Haut-Côtes de Nuits AC

Traubensorte: Chardonnay

 

Eine Prestige-Domaine, aus dem grossen Kreis der Familie Gros. 1991 zum ersten Mal besucht und schon da bemerkte ich, hier ist alles etwas anders, als bei den meisten anderen Winzern. Es ist die aristokratische Art, die auf diesem Weingut zu spüren ist. Selbst wenn Herr Gros in den Arbeitskleider herum geht, merkt man, hier ist der Chef in Aktion. Auch das grosse Stahltor, das den Innenhof der Domaine verschliesst und die Einsicht dazu nimmt, ist imposant, aber leider nicht gerade schön. Die Villa, die den linken Teil des Innenhofs bildet, ist imposant aber nicht ganz passend zum Innenhof. Beim meterhohen Bild, das im Treppenhaus hängt, wird dann auch dem Letzten wohl klar, hier werden die Weine wohl etwas teurer sein als bei anderen. Es sind nicht die soften Vosne-Romanée Weine, die man sonst in dieser Gemeinde findet, sondern die gradlinigen, klaren und Schnörkellosen. Der Richebourg braucht immer mindestens 10 Jahre um zu reifen. Der Clos Vougeot ist der Vollmundigste und Weichste in der ganzen Reihe. Fast jedes Jahr ist aber der Bourgogne Haut Côtes de Nuits der Preis-Knüller. Der unvergessliche 1990 hielten bei mir blind serviert, schon einige Leute für einen 1er Cru. Die im 2010 degustierten Weine vom Jahrgang 2008 enttäuschten und sind weit weg der Qualität, die in den 80er und 90er produziert wurden.

   
2008

Hautes-Côtes de Nuits. Helles Kirschrot mit klarem Rand. In der Nase absolut ohne Fehl und Tadel. Der Erkennungswert eines Burgunders, wieder mal auf verblüffende Art demonstriert. Es handelt sich dabei nicht um einen Village, sondern um einen Wein aus dem Hinterland, der aber manchem Village an der Côte d’Or, noch den Rang ablaufen kann. In der Nase bekommt er in diesem nicht ganz einfachen Jahr mehr als im Gaumen ab, doch auch da hab ich Village-Weine getrunken, die klar unter diesem Niveau lagen. Trotzdem rennt die Qualität, auch bei diesem Wein hinter dem Preis her. Zu allem bildet sich auf diesem nach dem Einschenken, ein merkwürdiger Schaumkranz, der verdächtig nach Chemie aussieht. Da hat wohl Familie Gros, ihre Spur für gute Weine, auch aus kleinen Lagen verlassen.
Am 21-08-2010 13,5/20 aus dem Vinoteuqe/Super800/Bormioli-Glas.

   
2008

Vosne-Romanée. Helles Kirschrot mit klarem Rand. Nach dem Einschenken entsteht in der Flasche auf dem Wein ein etwas seltsamer Schaumkranz, dies ist mir auch schon beim Haut-Côtes aufgefallen. Vor allem wenn die Flasche etwas geschüttelt wird, steigt der Schaum der Flasche nach oben. Beim wiederhinstellen der Flasche bildet sich dann sofort wieder dieser Schaumkranz auf dem Wein. Das sieht für mich nicht gerade nach reinem Wein aus. In der Nase kommt er offen, leicht, mit guter Frucht und Holz Balance. Es macht Spass an ihm herumzuschnüffeln. Im Gaumen kommt zuerst ein deutlicher Zitrusgeschmack bevor sich eine gute Balance von Frucht und Holz einstellt. Die Aromen von Herzkirschen und Eichenholz sind klar zu erkennen und nur in einem kurzen Moment kommt auch ein Hauch von Süsse auf. Ein guter Wein, für den man leider zu viel bezahlen muss. Vor dem Trinken, eine ½ Stunde dekantieren, dann wird die Säure etwas weicher und der Wein macht mehr auf.
Am 27-08-2010 14/20 aus dem Viña/Burgunderpokal/Schott-Zwiesel-Glas.

   
2008

Vosne-Romanée 1er Cru. Ein abgestumpftes Kirschrot. Kommt kräftig und voll in der Nase, aber nicht überzeugend gut. Er hat schon leichte Maggi Noten und mit der Farbe zusammen kann man nur annehmen, bei dieser 37,5 cl. Flasche muss es sich sicher nicht um das Beste Muster handeln. Der 1er Cru weisst zwar bedeutend mehr Körper auf als der Village, doch ist er unangenehm zu trinken. Er hat einen klaren Säurestich, schon fast so wie bei saurer Milch. Diese Flasche kam wie die andern beiden, die ich bezahlen musste, direkt aus dem Keller von der Domaine Gros.
Am 27-08-2010 12/20 aus dem Viña/Burgunderpokal/Schott-Zwiesel-Glas.

   
2003

Vosne-Romanée 1er Cru. Dunkles Mahagonirot. Das Bouquet sehr kraftvoll, offen, erst noch mit Hefe-Noten, dann schwarze Beeren, Wald, Fleisch, Holz, einer zum Umhängen gut und sicher von der Nase her, noch einige Jahre vom Besten entfernt. Im Gaumen ebenfalls mit enormer Kraft, kommt er vollmundig, bringt viel Frucht und Säure und geht dann gemächlich zum Abgang über. Der Nachhall bleibt solange, wie der wiederkehrende und aufwärmende Abgang. Er schmeckt so frisch, als sei er vor einem Jahr abgefüllt worden und das nach über 15 Jahren. Er gehört nicht zu denjenigen Weinen, die einem mit weichen Rotbeeren-Aromen umschmeicheln, er ist der Kraftvolle, etwas ungewohnte Wein aus der Côte de Nuits.
Am 25-11-2019 18/20 aus dem Vinoteque/Super800/Bormioli-Glas.

   
1997

Hautes-Côtes-de-Nuits. Dunkles Mahagonirot. In der Nase Petersilien, Tabak und Holz. Im Gaumen die gleichen Aromen, die dort aber gar nicht passen wollen. Der Wein ist kurz und trocken, schade er hat das Zenit überschritten. Der war vor ca. 7 Jahren sein Geld wert.
Am 28-08-2010 11/20 aus dem Vinoteque/Super800/Bormioli-Glas.

   
1992

Hautes Côtes-de-Nuits. Mahagonirot, bringt ziemlich Depot mit beim Einschenken. Das Bouquet nur noch schwach aber frisch wirkend, wobei die Holz-Aromen das bisschen Frucht was noch kommt, fast überdeckt. Eine Stunde später, wird das Bouquet wesentlich weicher und angenehmer. Im Gaumen anfangs etwas bitter, mit doch deutlicher Altersnote, auch diese kleinen, negativen Eindrücke vergehen fast vollständig. Der nun leichte, aber sehr passable Wein, hat sich in der letzten Stunde erstaunlich entwickelt. Bedenkt man, dass dieser Jahrgang 1992 alles andere als befriedigend verlief, so muss man bei so einem solchen Ergebnis den Hut ziehen. Wenn ich dabei auch noch auf 1992 Vosne-Romanée zurückschaue, den ich über 8 Jahre vorher trank, so erstaunt nun dieser bis aufs Unglaubliche. Die Hautes Côtes von Gros überraschen immer wieder, denk ich nur an den kaum Schlagbaren 1990 zurück.
Am 31-03-2019 15/20 aus dem Vinoteque/Super800/Bormioli-Glas.

   
1992

Vosne-Romanée. Helles Mahagonirot. In der Nase immer noch sauber und ohne Anzeichen von Oxidation, aber leider kraftlos und ohne Aussage. Im Gaumen fein weich und wie im Bouquet, ausser ein paar Holzaromen, ist kaum mehr etwas vorhanden. Das erstaunliche daran war, dass sich dieser viel besser gehalten hat als der 1997 Mazis-Chambertin von Harmand-Geoffroy, der bereits hinüber war und aus einem wesentlich besseren Jahrgang stammte. Als Geburtstagswein im Notfall für die nächsten zwei Jahre noch zu gebrauchen, besser wäre aber, diesen am Geburtstag in die Bratensauce zu geben und einen besseren 92er zu kaufen, was natürlich in diesem Jahrgang wohl besser bei den Übersee Weinen zu finden ist.
Am 22-08-2010 13/20 aus dem Vinoteque/Super800/Bormioli-Glas.

   
1990

Clos Vougeot. Tief dunkles Mahagonirot. In der Nase Erdbeeren Konfitüre mit Holz. Im Gaumen zeigt er sich sehr gut, weich, fein und kein bisschen am Austrocknen. Im Gegenteil, er hat noch Schmelz und einen richtig schönen Burgunder Geschmack. Im Nachhall kommen Zimtaromen auf, im Abgang bricht er leider ab. Ein Poulet oder ein Kalbsbraten mit Kartoffelstock und Sellerie, würde ich jetzt ganz sicher nicht abschlagen.
Am 14-02-2010 16/20 aus dem Fine/Burgund/Schott-Glas.
Nochmals. Der Korken immer noch sehr gut im Stand und das letzte Drittel davon, immer noch trocken. Farblich dürfte sich diese Flasche kaum von der Letzten unterscheiden, ich notiere: Klares, dunkles Mahagonirot. In der Nase fein, tief, verhalten vom Holz und ganz schwachen Beeren Noten gezeichnet. Bekommt er Luft und Temperatur, wird das Bouquet bedeutend besser. Im Restaurant gab es nur den Burgunderpokal, aus der Serie Pure von Schott, dieses Glas eignete sich überhaupt nicht für diesen Wein, so nahm ich das Viña/504 von Schott, das wesentlich mehr zeigen konnte. Im Gaumen brachte dieser Clos Vougeot immer noch Frische, Kraft und ein gute Fülle hervor. Die Aromen entsprachen in etwa auch dem Bouquet, wobei sich auch da die Barrique Aromen in den Vordergrund drängten. Noch etwas tat sich dem Bouquet gleich, je länger wie besser, zudem kam nun auch der Abgang deutlich zur Geltung, was bei meiner letzten Flasche noch nicht so war. Gut, dieses mal träumte ich nicht nur von einem guten Braten zu diesem wunderbaren Tropfen, sondern ich bestellte im Restaurant das delikat, raffiniert gemachte Stück meines damaligen Traumes, gleich dazu. Es zeigt sich immer wieder, stimmen Essen und Wein überein, kommt man ins Träumen und die Flasche wird schneller leer als einem lieb ist.
Am 02-12-2013 16,5/20 aus dem Viña/504/Schott-Glas. Trinken bis 2020.

   
1990

Grands-Échézeaux. Dunkles Bordeauxrot mit Mahagonirand. In der Nase anfangs süss, bitteres Maroni Frucht Bouquet, das sich nach einiger Zeit zu einem Erdbeeren Konfitüren Bouquet wandelt. Im Gaumen kommt er weich, fett und frisch, es domminieren rote Beeren. Er trocknet etwas nach, trotzdem zeigt sich der Nachhall lang und wie im Gaumen fein-fett und der Abgang dezent.
Am 20-12-2009 17/20 aus dem Fine/660/Schott-Glas. Trinken bis 2015.
Nochmals. Die Farbe ist eindeutig heller geworden, geht jetzt ins dunkle Mahagonirot. Auch die Nase hat sich verfeinert, es sind jetzt Moos, Barrique und Erdbeeren Noten, die das Bouquet bestimmen. Im Gaumen ist er vollmundig und sehr fein, der Nachhall ist kraftvoll und kaum endend. Er trocknet kaum mehr nach und bleibt mit feinem Fett im Gaumen stehen. Der Nachhall verläuft anfangs fruchtig und wird erst ganz zum Schluss Barrique betont. Ein zum Saufen gutes Tröpfchen ist das geworden, zwar nicht mehr so kräftig dafür bekömmlicher.
Am 10-09-2012 17/20 aus dem Fine/Burgunderpokal/Schott-Glas. Austrinken bis 2015.

   
1990

Richebourg. Klares, dunkles Mahagonirot. Das Bouquet anfangs verhalten, sehr fein, tief und offen. Es wirkt vor allem anfangs noch etwas erdig, mit Noten von roten Früchten. Im Gaumen ist er vollmundig, wirkt mit seiner Frucht zwar immer noch frisch, doch fehlt die Länge im Nachhall. Der Abgang ist gut, gesamthaft gesehen, fehlt mir aber zu diesem Preis und dieser schon fast kultmässig gehandelten Grand Cru Lage, das Aha-Erlebnis. Es ist zwar immer wieder schwer Pinot Noir mit anderen Weinen zu vergleichen, doch muss ich jetzt mal anfügen, dass der voraus getrunkene Château d’Aydie aus Madiran, dem Trinkvergnügen zu diesem Zeitpunkt, zum Richebourg keinen Falls hinten nach stand, der Preisunterschied der beiden Weine, die ich beide anfangs der neunziger gekauft habe, aber schon. Der für Sfr.20,-- gekaufte Château d’Aydie, war zu diesem Preis geradezu ein Schnäppchen, was man vom Sfr. 80,-- teuren Richebourg, der seinem Preis einfach nicht gerecht wurde, nicht behaupten kann.
Am 06-04-2014 -17/20 aus den Fine/Burgunderpokal/Schott-Glas. Trinken bis 2020.
Nochmals. Leicht trübes, tiefdunkles Mahagonirot. Das Bouquet nun dumpf, schwer und Zimt-Holz domminierend. Dass bisschen Frucht das kommt, erinnert vielleicht noch an Pflaumen. Im Gaumen ansprechend, mit geballter Aromatik im vorderen Gaumen. Er wirkt weich, bricht aber aromatisch nach hinten ab und zeigt dabei aber noch keinerlei Altersmüdigkeit. Er sollte keinen Falls zu kalt getrunken werden, also nicht unter 18°C und auf jeden Fall sollte man ihn Minimum eine Stunde zuvor dekantieren. Kraft und Dichte überzeugen, das Pinot Noir Erlebnis fehlt. War am zweiten Tag irgendwie besser.
Am 02-01-2017 16,5/20 aus dem Vinoteque/Super800/Bormioli-Glas. Trinken bis 2020.

   
1990

Vosne Romanée. Schönes, klares Mahagonirot. Frisch leichtes, offenes Bouquet mit fruchtig erdigen Noten. Im Gaumen trocken, aber nicht schlecht geworden, das schmeckt so frisch und doch reif, dass hier eine Blinddegustation zu grossem Staunen führen würde. Vosne Romanée von Gros, nach genau 25 Jahren, ein überraschend frisch und gutes Erlebnis. Wer an wirklich trockenen Weinen Spass findet, dürfte mit diesem auf seine vollen Kosten kommen.
Am 27-09-2015 15/20 aus den Veritas/Burgund alt/Riedel-Glas. Austrinken.

   
1990

Hautes-Côtes de Beaune. Im 2019 meine letzte Flasche getrunken, die mich fast vom Stuhl haute, sicher 17/20.

   
1989

Richebourg. Dunkles Mahagoni-Bordeaux rot. In der Nase ist er tief, hat ein Bouquet von eingelegten Erdbeeren, Zimt und Holz-Aromen. Er ist ein differenziert offener Wein. Im Gaumen kommt er vollmundig, fein, fragil, mit Erdbeeren-Geschmack. Er zeigt immer noch eine gute Frische und weisst einen minutenlangen Nachhall auf. Ich glaube, dieser braucht immer noch etwas Geduld, es fehlt im Abgang.
Am 18-12-2009 16,5/20 aus dem Fine/660/Schott-Glas.