Château Figeac

33330 Saint-Emilion

(Libournais Bordeaux) FRANKREICH

Tel.: 0033 557 24 72 26 / Fax: 0033 557 74 45 74

E-Mail: château-figeac@chateau-figeac.com

Internet: www.chateau-figeac.com

 

Besitzer: Familie Manoncourt

Gesamtfläche: 40 ha

Rebenbestand: 35% Cabernet Sauvignon, 35% Cabernet Franc und 30% Merlot

Jahresproduktion: 120’000 Flaschen

 

Rotwein

Château Figeac, 1er Grand Cru Classé B, Saint-Emilion AC

Ausbau: in bis zu 100% neuen Barriques

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Zweitwein

La Grange Neuve de Figeac

 

Der Besitzer Thierry Manoncourt, der das Weingut 63 Jahre lang leitete, muss der lebende Beweis gewesen sein, das Bordeaux trinken im Maas, sicher mehr gut als schlecht sein kann. Den bis 1992 lebten auf diesem Château 3 Generationen. Am Freitag den 27. August 2010 verstarb dann der überaus freundliche Thierry Manoncourt, der auf der ganzen Welt immer auch selber für seine Weine warb. Noch zwei Jahre vor seinem Tod übergab er das Zepter an seinen Schwiegersohn Eric d’Aramon, der ihn seit 1988 unterstützte und bereits behutsam Änderungen auf Figeac vornahm. Das grosse Ziel das Manoncourt verfolgte, und das man Figeac eigentlich zugestehen müsste, ein Saint-Emilion 1er Grand Cru Classé A zu werden, hat Thierry Manoncourt aber leider nicht mehr erleben dürfen. Warum Château Figeac eigentlich auch ein 1er Cru A sein sollte hängt damit zusammen, dass das Weingut früher 250 ha umfasste, und nur wegen der Witwe von Élie de Carle, die nach dem Tod ihres Gatten über ihre Verhältnisse lebte, und dadurch nach und nach Teile ihres Weingutes verkaufen musste. Aus diesen Teilen entstanden dann so grosse Weingüter wie Ch. Beauregard Pomerol AC, Ch. La Conseillante Pomerol AC, Ch. Cheval Blanc Saint-Emilion AC das heute selbst ein 1er Cru Classé A ist, Ch. La Marzelle Figeac Saint-Emilion AC, La Tour Figeac Saint-Emilion AC und La Tour Pin-Figeac Saint-Emilion AC. Aus den letzten genannten ist auch noch der Zusammenhang mit Figeac aus dem Namen zu erkennen. Bei der alle 10 Jahre wiederkommenden Überprüfung der 1er Cru Classé in Saint-Emilion reichte Thierry Manoncourt 1995 den Antrag zum 1er Cru A Aufstieg ein, und wurde aber wegen so simplen Argumenten wie, die Weine würden nicht zu den 1er A Classé Wein Preisen gehandelt, stehen gelassen. Die Böden jedoch gehören auch bei den immer noch verbliebenen 40 ha zu den besten in Saint-Emilion. Der für das Libourne recht hohe Anteil von Cabernet Sauvignon Reben auf den Parzellen von Ch. Figeac ist auch ein Beleg dafür, dass Château Figeac immer noch ganz spezielle Böden besitzt, die sonst in dieser Region kaum anzutreffen sind und für den Cabernet Sauvignon aber die Grundlage für das richtige Gedeihen beinhalten. Mit der Modernisierung und der neuen Führung von Eric d’Aramon, der mit dem Jahrgang 2010 sicher neue Zeichen setzte, rückt eine Aufstufung zum 1er Cru Classé A bei der nächsten Einstufung vielleicht wieder etwas näher. Leider blieben mir aber bis anhin grosse Erlebnisse bis auf den Jahrgang 1964er und dem 1975er, den ich sogar 1986 auf dem Château mit Thierry Manoncourt zusammen trank, aus. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass der Wein von Château Figeac bis in die neunziger Jahre hinein Minimum 10 Jahre alt aber eher 20 Jahre alt werden sollten, bevor man sich eine Flasche öffnet.

   
2016

Château Figeac. Tief dunkles Kirschrot. Das Bouquet offen, fruchtig. Im Gaumen fein und elegant, ganz anders als sonst. Auch im Gaumen fehlt der gewohnte Druck, er ist mittellang, sehr ausgeglichen, aber zum 2014 sollte er in diesem guten Jahr, schon noch etwas im Rucksack haben. An der grossen Verkostung der Grands Crus de Bordeaux im Hotel Dolder Zürich.
Am 13-11-2018 16,5/20 aus dem Vinum/Chianti/Riedel-Glas.

   
2014

Château Figeac. Dunkles Kirschrot. Kompaktes, fruchtiges Bouquet mit dezenten Röstaromen. Im Gaumen vollmundig, dicht, mit Aromen von Holunder und Brombeeren. Ein sehr guter Figeac, mit langem Nachhall und gutem Abgang, ganz einfach, der ist enorm in Form. Gehört mit dem roten Smith Haut Lafitte, im Moment zu meinen Favoriten im 2014, die ich bis zum heutigen Zeitpunkt degustierte.
Am 20-10-2016 17,5/20 aus dem Vinum/Chianti/Riedel-Glas.

   
2013

Château Figeac. Ernte vom 01. bis 15. Oktober 2017. Assemblage 30% Merlot, 20% Cabernet Franc und 50% Cabernet Sauvignon. Ausbau mit 35% neuen Barriques.

   
2012

Château Figeac. Tief dunkles Rubinrot. Elegantes, sehr angenehmes, offen-fruchtiges Bouquet mit Tiefe. Im Gaumen darf man diesen als Mustergültig einstufen, kommt er doch fein, fett, mit viel Frucht und Eleganz an. Abgang und Nachhall sind lang und man darf sagen, dieser gehört zu den grossartigen Weinen im 2012.
Am 17-06-2013 17/20 aus dem Vinum/Chianti/Riedel-Glas.

   
2010

Château Figeac. Tief dunkles Bordeauxrot, das im Zentrum fast schwarz zusammenkommt. In der Nase sehr tief und sehr konzentriert. Im Gaumen zeigt er sich als perfekt gemachter Wein, der sich in guter Balance aller Komponenten die diesen Wein bilden, befindet. Er ist ein Musterbeispiel für grossen Bordeaux und im Vergleich was die 1er Cru kosten immer noch ein Schnäppchen. Aber auch dieses Schnäppchen ist meiner Meinung für Leute, die den Wein lieber trinken als ihn zur Auktion zu tragen, einfach zu teuer.
Am 20-06-2011 +18/20 aus dem C + S Glas an der VINEXPO.
Nochmals. Wieder ein Fassabzug, jetzt aber aus einer 37,5cl Flasche, die uns vom Négociant aus Bordeaux zugestellt wurde. Die Farbe diesmal nur ein tiefdunkles Kirschrot. In der Nase warm, fruchtig mit Milchsäure und Holz Noten. Im Gaumen kompakt, fruchtig, dezent aber deutlich zu spürende Heidelbeeren Aromen. Ein guter, langer, süss fruchtiger Nachhall mit nur wenig Barrique Aromen sind der Abschluss dieses Weines.
Am 08-07-2011 16,5/20 aus dem Viña/404/Schott-Glas. Diese Flasche war rund 5 Tage auf Reise und könnte daher Einbussen erfahren haben. Ich nehme daher an, dass die erste Probe aussagekräftiger war.

   
2008

Château Figeac. Tief dunkles violett. In der Nase liegt er tief mit Amarenakirschen Duft. Im Gaumen kommt er aufgefächert kräftig mit Frucht und Süsse und geht mit einem aufwärmenden Abgang ins Finale. Da zeigen sich mehr und mehr Verbesserungen auf dem Château und so scheint es dem Faktor Zufall, Ade gesagt zu haben.
Am 23-06-2009 17/20 Vorabzug an der Vinexpo bei der Grand Cru Classé Bordeaux Degustation.

   
2006

Château Figeac. Dunkles Bordeauxrot. Rot-Beeren-Nase. Im Gaumen rotfruchtig, er zeigt Struktur, aber eher von der harten Seite. Ein Wein der Reifezeit braucht, und den ewig grünen erdigen Stiel der vergangenen letzten 25 Jahre zurückgelassen hat. Es gibt wieder Hoffnung bei Figeac auf neues Grosses.
Am 06-11-2008 15/20 aus dem Spiegelau/Bordeaux-Glas, an der St.-Emilion 1er Cru Degu. in Genève.

   
1990

Château Figeac. Helles Bordeauxrot. Medizinale, erdige Nase. Im Gaumen wirkt er weich, vollmundig und lang. Geschmacklich ist das Ganze für mich jedoch nicht sauber. Büchsengeschmack, bitter, keine Frucht nur Holz und diese Grün-Noten. Warum muss denn ein Wein so schmecken, der in einer so guten Weingegend wächst und erst noch das Prädikat 1er Cru trägt? Es bleibt zu hoffen dass sich das mit dem Alter noch bessert, denn zu alt ist dieser noch lange nicht. (37,5cl Flasche mit 4,3 cm langem Korken, der nur gerade 5 mm lang nass war.)
Am 31-08-2008 13/20 aus dem Audrey/Bordeaux-Wasser/Schott Glas.

   
1980

Château Figeac. Dunkles Bordeauxrot. In der Nase kommt er tief, breit, mit Süsse und Adstringenz. Er hat immer noch Frische und ist zudem angenehm weich geworden. Er ist aber halt immer noch als der nie ganz ausgereift Figeac zu erkennen. Auf jeden Fall, wenn Sie noch so eine Flasche besitzen, ist es ratsam diese eine halbe Stunde vor dem trinken zu dekantieren.
Am 18-12-2010 13,5/20 aus dem Viña/404/Schott-Zwiesel-Glas.

   
1976

Château Figeac. In Langon bei Claude Darroze getrunken, notierte ich nur ausgewogen, feiner und jetzt gut zu trinkender Wein. Weiter habe ich mir noch notiert, dass mir der 1976 besser gefällt, als der Figeac aus dem Jahr 1975.
Am 02-09-1987 ohne Noten.

   
1971

Château Figeac. Ganz klares Braun- bis Mahagonirot. Das Bouquet noch recht kräftig, tief, zeigt sich anfangs noch etwas grün, dann aber würzig und die Frucht an Pflaumen erinnernd. Im Gaumen mehr von dieser Frucht als im Bouquet, bringt er aber auch mehr Altersnoten mit. Trotzdem, der überrascht mit fast cremiger Struktur und einer gewissen Eleganz. Wie lange es geht, bis ein Figeac aus dieser Zeit ein Genuss werden kann, zeigt diese Flasche auf eindrückliche Art.
Am 01-04-2018 16/20 aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas.