Château Ausone

33330 Saint-Emilion ( Bordeaux )

FRANKREICH

Tel.: 0033 557 24 70 26 / Fax: 0033 557 24 70 26

Internet: www.chateau-ausone.fr

 

Besitzer: Alain und Catherine VAUTHIER

Rebenfläche: 7 ha

Rebenbestand: 50% Merlot und 50% Cabernet Franc

Pflanzdichte: 6000 bis 6500 Reben/ha

Ertrag: 35 hl/ha

Jahresproduktion: ca. 230 hl

 

Rotwein

Château Ausone, 1er Grand Cru Classé A, Saint-Emilion AC

Jahresproduktion: 20’000 bis 25’000 Kisten

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Zweitwein

Chapelle Madeleine

Traubensatz: 65% Merlot, 25% Cabernet Franc und 10% Cabernet Sauvignon

Jahresproduktion: ca. 7‘000 Flaschen seit 1997

 

Würde ich mit der Frage konfrontiert werden, welches Château im Bordeaux dürfen wir dir schenken, so käme meine Antwort ohne weitere Überlegung auf Château Ausone. Es gibt sicher Grössere und Wertvollere, aber eben keines mit so viel Scharm, wie es Ausone hat. Zudem ist die Aussicht von dem kleinen Park aus, der vor dem Château liegt, einfach himmlisch.
Mein erster Besuch auf Ausone war 1986 und beeindruckte mich schon dort, wie alles eben ein bisschen anders ist, als auf den andern Châteaus. Ein zweites Mal war ich 1993 dort, kurz vor der Übernahme durch die Familie Vauthier, die das Anwesen zuvor mit der benachbarten Besitzerin von Château Belair teilen mussten. Monsieur Vauthier lies damals schon durchblicken, dass auf Ausone einige Renovationen anstehen. Beim letzten Besuch in Saint-Emilion im Juni 2007, waren diese immer noch nicht abgeschlossen. Ausone ist eines der wenigen Weingüter in Saint-Emilion, mit einem sehr hohen Anteil an Cabernet Franc. Die Weine von Château Ausone, kommen wie sozusagen alle Bordeaux in Subskription auf den Markt, er war und ist immer noch im Preis, unter den Top 5. Im Preis-Leistungsverhältnis hingegen, scheint er mir eher eine Liebhaberei zu sein, als ein wirklicher Top 5 Wein. In Blinddegustationen war er bis jetzt auf jeden Fall noch nie gross aufgefallen. Jedoch muss ich sagen, trinkt man diesen Wein alleine und in aller Ruhe, findet man seine Nuancen und die Feinheit, die ihn so bekömmlich machen. Es ist einer von dieser Sorte Bordeaux, die man am liebsten alleine, mit guter Musik vor dem Cheminée geniessen möchte, oder in einer warmen Sommernacht, unter den Bäumen von Château Ausone. Im Juni 2009 wollten wir Château Ausone wieder einmal besuchen, um zu sehen, wie sich die Renovationsarbeiten auf dem Château entwickelt haben. Wir wurden gebeten, unsere Angaben zu senden. Nach über einer Woche fragten wir an, was denn Sache ist, denn es sei noch keine Antwort gekommen. Ja sie wissen nichts, wir sollen das noch mal senden. Nach langem hin und her wurde es uns zu blöd und wir sagten den Termin ab. Dies war 1993 noch ganz anders, da wurden wir sehr höflich im fast baufälligen Büro von Herr Vauthier auf Châteu Ausone empfangen und durch das ganze Château geführt. Im Juni 2011, nahmen wir nach der VINEXPO nochmals einen Anlauf, über unseren Händler in Bordeaux, Ausone zu besuchen. Jetzt kam die Einladung zustande und wir wurden von der hübschen Tochter der Familie Vauthier, die jetzt auch für die Weinbereitung zuständig ist, durch die zum Teil immer noch in der Umbauphase stehenden Räumlichkeiten geführt. Auch das Château selber wird innen und aussen neu gestaltet. Man ist schon seit 2009 am Umbauen, glaubt aber, dass man auf die nächste VINEXPO 2013 fertig sein könnte.

   
2013

Château Ausone. Ernte: 02. bis 03. Oktober 2013 und 05. bis 06. Oktober 2013. Assemblage: 55% Cabernet Franc und 45% Merlot. 80% wurden für den Grand Vin gebraucht.

   

2010

Château Ausone. Vergessen wir den Ausone von früher, auch der 1995er, der die neue Ära von Ausone einläutete.
Tief dunkles violett, das im Zentrum fast ins schwarz geht. Das Bouquet ist fein, mit viel Tiefe und in guter Balance von Frucht und Barrique-Noten. Kurz, einfach herrlich. Im Gaumen kommt er vollmundig, würzig mit süsslichen Barrique und Mocca Aromen. Der Nachhall ist enorm kraftvoll, bringt aber durch das Barrique hervorgerufene Gummi-Aromen mit sich. Die können durch starkes Toasten der Barriques entstehen, dem sollte aber bei einem Vorabzug noch keine allzu grosse Bedeutung beigemessen werden.
Am 24-06-2011 18,5-19/20 aus einem Bordeaux-Glas. Mit Vorbehalt für den Vorabzug.

   
2010

Chapelle d’Ausone. Tief dunkles violett. Sehr schön modern mit viel Tiefe und Frucht Noten von Brombeeren und Holunder. Im Gaumen zuerst vollmundig mit den Aromen von Brombeeren, wird dann aber trocken. Der Wein profitiert von einem sehr kräftigen, fruchtigen Nachhall.
Am 24-06-2011 16-16,5/20 aus einem Bordeaux-Glas.

   
1997

Château Ausone. Sehr dunkles, gereiftes Bordeauxrot und irgendwie beeindruckend. Das Bouquet mit Tiefe und in die Breite gehend. Es kommt sehr fein, ist holzbetont, die Frucht im Hintergrund und trotz des Ungleichgewichtes, duftet es sehr angenehm. Im Gaumen anfangs fett, kommt er bis Mitte Gaumen und bricht dann aromatisch ab, bleibt aber im Nachhall lang stehen. Nach ca. einer Stunde bereits, wir haben zwischenzeitlich noch eine andere Flasche geöffnet, wird der Ausone wesentlich besser. Er bleibt zwar holzbetont, täuscht aber irgendwie mit seiner guten Säure Frucht vor, die ich aromatisch nicht zuordnen kann. Auch zeigt sich dieser kraftvoll, wobei er zum Schluss auch zu trocken wird. Ich bekam diesen Wein blind serviert, den hohen Anteil an Cabernet Franc schätze ich richtig ein, doch glaubte ich an ein gutes Jahr und das Produkt, eines kleiner bewerteten Châteaus vor mir zu haben. Das umgekehrte war der Fall, grosses Château, kleiner Jahrgang. Der Wein wird zum heutigen Tag um die CHF 470,-- bzw. Euro 410,-- angeboten, das entspricht meiner Auffassung nach bei weitem nicht dem Wert, den man dafür hinblättern muss. Also doch lieber einen Angelus 1995 für rund CHF 100,-- weniger, das auch, wenn dieses Château bei weitem nicht die Schönheit von Ausone besitzt, aber bei der 1995 Blinddegustation den 2. Platz belegte. (Infos im Lexikon)
Am 20-04-2019 16,5/20 aus dem Veritas/Bordeaux/Riedel-Glas. Trinken bis 2030.

   
1995

Château Ausone. Gereiftes Bordeauxrot. Das Bouquet mit Noten von Maggikraut, Fleisch, Frucht und Zimt. Dieser braucht richtig Luft. Im Gaumen weich, einfach, trocken und bricht aromatisch nach hinten ab. Ein holzbetonter Wein, der schmeckt als sei er in alten Barriques ausgebaut worden. Mein Kommentar dazu nach der Degustation: Dieser Wein wurde schon im Subskriptionsverkauf hoch gelobt und für sehr viel mehr Geld, als die anderen 1er Cru’s verkauft. Was solche Lobeshymnen nun Wert sein können, zeigt hier wieder mal deutlich diese Blinddegustation. An der grossen Bordeaux Blindverkostung mit 11 Teilnehmer, an der er mit 15,77/20 den 10. Platz von 25 Weinen belegte. (Infos im Lexikon)
Am 19-02-2017 14,5/20 aus dem Viña/504/Schott-Glas.

   
1994

Château Ausone. Dunkles Bordeauxrot. Das Bouquet zeigt sich noch recht frisch aber eher zurückhaltend, es erinnert an Rauch, dezent an Himbeeren und Petersilien. Das ganze lässt Tiefe vermissen. Im Gaumen samtig aber leicht, es dominiert die Säure und er wirkt irgendwie verschlossen. Die Aromen von Weichselkirschen, Zimt und nassem Holz zeichnen sich nur schwach ab. Der 94er steht klar hinter dem 93er. Er bietet mir zu wenig fürs Geld. 1994 ist das Jahr vor der grossen Übernahme der Familie Vauthier. Man hätte sicher mehr aus diesem Jahrgang machen können, doch stand wohl da der Verkauf schon zur Sprache.
Am 12-03-2012 13,5/20 aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas.

   
1993

Château Ausone. Dunkel, klares Braunrot. In der Nase sehr zurückhaltend, nur feine Holz und Süss Noten zu erkennen. Im Gaumen zeigt er Erde und Tabakähnliche Geschmacks Aromen. Sein Körper hat noch Frische für eine weitere kurze Entwicklung. Er hält sich angenehm lang im Gaumen und kommt langsam in einen aufwärmenden Abgang.
Am 14-06-2009 37,5cl 15,5/20 aus dem Fine/Bordeaux/Schott-Glas.

   
1992

Château Ausone. 12 Vol% Alk. 37,5cl. Flaschenstand hohe Schulter.
Bordeauxrot, bis zum sehr dunklen Mahagonirot. Das Bouquet trotz relativ schlechtem Füllstand, immer noch frisch und komplett frei von oxidativen Noten. Er ist offen, bringt eine gute Frucht, Vanille, Holz und eine Spur Petersilie hervor. Im Gaumen würzig, mit überraschender Fülle und butterzarter Struktur. Er ist zwar etwas holzbetont und bringt die Frucht eigentlich erst im Nachhall, dabei hat er aber genug Fett, um das Holz nicht als Beigabe zu empfinden. Das sollte im 2022 ein richtig guter Geburtstagsfest-Wein geben, also beschaffen Sie sich doch eine Magnum davon, die sollten noch bezahlbar sein, da dieser Jahrgang schlecht eingestuft wurde. Mit etwa 20°C getrunken, einfach herrlich. 1992 ist von den meisten bekannten Degustatoren, nur mit etwas über 80/100 bewertet worden. Dies war leider meine letzte vom Jahrgang 1992.
Am 28-07-2018 16,5/20 aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas.

   
1990

Château Ausone. Mitteltiefes Bordeauxrot. In der Nase dezent rot fruchtig mit etwas Holz, aber eher verhalten. Der Gaumen bestätigt die Nase, in dem er schon rund und fein ist, aber noch eine gewisse spitze Säure aufweist. Der Wein glänzt mit seiner Feinheit und seinem langen Abgang. Das lässt sich trinken ohne zu halten, und das Gefühl man müsse noch etwas Essen kommt auch nicht wirklich auf. Aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas.
Am 01-09-2007 17,5/20 ab 2012 dürfte er noch etwas zulegen, halten wird er bis ca. 2020.
Nochmals. Jetzt blind degustiert. Dunkles Bordeauxrot. Offen breites Bouquet, mit dezenter Stahl-Note, die wie blockierend wirkt. Im Gaumen butterweich, vollmundig und ansprechend. Mehr habe ich mir in dieser gemütlichen fünfer Runde, nicht mehr notiert.
Am 15-10-2017 17/20 aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas. Trinken bis 2025.

   
1988

Château Ausone. Dunkles Mahagonirot. In der Nase ein Grünstich mit korkartigen Aromen. Braucht viel Luft, dann geht das weg. Im Gaumen dasselbe, lässt man ihm keine Zeit, ist ausser dem überraschend frischen Holz-Anteil nichts Gutes zu finden. An der grossen Bordeaux Blinddegustation, an der er mit 14,59 Punkten den 13. Platz von 14 Weinen belegte. (Infos im Lexikon)
Am 18-10-2009 14/20 aus dem Fine/660/Schott-Glas.
Nochmals. Dunkles Bordeauxrot. Flaches Bouquet mit Veilchen- und Frucht-Noten. Im Gaumen mit kräftiger Säure und rot-fruchtigen Aromen. Er ist zu trocken und bricht nach hinten aromatisch ab. Er belegte an der grossen Bordeaux Blinddegustation mit 14,44/20 Punkten, den 13. Platz von 14 Weinen. Ein beschämendes Ergebnis für ein Wein, der dazumal 3 mal so viel gekostet hat, wie ein Château Canon-la-Gaffelière und den Titel 1er Grand Cru Classé A trägt. (Infos im Lexikon)
Am 11-11-2018 14/20 aus dem Vinum/Chianti/Riedel-Glas.

   
1987

Château Ausone. Mitteltiefes, trübes Bordeauxrot. Er hat sich in der Nase noch nicht richtig geöffnet, das Holz dominiert noch, die Frucht ist kaum zu erkennen und in der Tiefe liegt eine Bitterkeit. Im Gaumen ist er fein und zeigt eine gute Dichte. Die Frucht ist im Gaumen weiter fortgeschritten. Ein langer und aufwärmender Abgang bildet den angenehmen Abschluss.
Am 24-01-1992 37,5 cl Flasche 16,5/20 aus dem Vinum/Bordeaux/Riedel-Glas.

   
1986

Château Ausone. Sehr dunkles Mahagonirot. Herrlich tiefes Bouquet, mit Noten von Tabak und Brombeeren. Im Gaumen seidenweich, mit mehr Frucht als im Bouquet, aber auch begleitet von den Tabak Aromen. Der Wein geht geschmacklich sozusagen direkt in den Abgang über und baut sich dann im Nachhall wieder auf. Dies ist wiedermal ein richtiger Sofa-Wein, ruhe in der Wohnung, die Musik an und ab und zu die Nase übers Glas und die Kehle netzen.
Am 02-11-2014 17/20 aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas. Trinken bis 2020.

   
1981

Château Ausone. Zeigt deutliche Altersfarbe und ist eher ein heller 1er Cru, im Vergleich zu den Andern. Ein ganz besonders eigenes Bouquet von Föhren und Wachs. Im Gaumen angenehm Rund, mit gutem Abgang. An der 81er Blinddegustation daher ohne grosse Worte.
Im Juli 1992 16/20 aus dem Vinum/Chardonnay/Riedel-Glas.

   
1964

Château Ausone. Keine Farb-Beurteilung gemacht. In der Nase gewichtig, süss, fruchtig. Noch sehr feine Säure, die ihm noch die nötige Frische verleiht. Ein exzellenter Wein, getrunken in Saint-Emilion im Restaurant Le Tertre, in dem uns der grosse herumlaufende Wollhund, ein bisschen Sorgen um die Sauberkeit im Restaurant bereitete.
Am 08-10-1989 17/20 aus dem Vinum/Chardonnay/Riedel-Glas.

   
1955

Château Ausone. Dunkel, klar, im Rand ins Mahagoni gehend. Sehr tief, süss, schwere und etwas stechend, ätherische Nase. Im Gaumen absolut rund, weich, kaum zu beschreibend guter Geschmack. Er ist auf seinem Höhepunkt. Aus einer 37,5cl Flasche, das wieder einmal zeigt, wenn man die gleich gute Qualität wie bei der 75cl Flasche abfüllt und mit dem gleich guten Zapfen, wie bei der normal Flasche einsetzt, so halten auch diese.
Am 08-04-1987 16/20 aus dem Vinum/Chardonnay/Riedel-Glas.
Nochmals. Im 1988 aus einer Magnum, die mittlere Schulter aufwies, gefiel er nicht so gut.

   
1950

Château Ausone. Tief dunkles Mahagonirot. Das Bouquet zurückhaltend tief, mit etwas Backpflaumen und feinen Zimt Noten. Im Gaumen überrascht dieser schwache Weinjahrgang aber nach über 60 Jahren wesentlich mehr. Er ist immer noch vollmundig, fett und bringt auch noch etwas Frucht hervor. Hätte der Korken noch besser gedichtet, so wäre dieser Wein vermutlich nicht nur eine Überraschung gewesen, sondern auch noch einiges besser.
Am 25-08-2013 16/20 aus dem Viña/404/Schott-Glas.