Via Torino 18

12050 Barbaresco ( Piemont )

ITALIEN

Tel.: 0039 01 736 35 158

E-Mail: info@gajawines.com

Internet: www.gaja.com

 

Besitzer: Familie Angelo GAJA

Oenologe: Guido RIVELLA

Rebenbestand rot: Nebbiolo, Barbera, Dolcetto, Merlot und Cabernet Sauvignon

Rebenbestand weiss: Chardonnay und Sauvignon Blanc

 

Rotweine

Sito Moresco, Langhe DOC

Traubensatz: Nebbiolo, Barbera und Merlot

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Barbaresco DOCG

Traubensorte: Nebbiolo

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bis 1995 Barolo DOCG, Sperss ( Sperss für Sehnsucht nach einem Barolo )

Traubensorte: Nebbiolo

ab 1996 Sperss, Langhe DOC ( und hier ist die Sehnsucht schon verflogen )

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Conteisa, Langhe DOC

Traubensorte: Nebbiolo und Barbera

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Barolo DOCG, Dagromis

Traubensorte: Nebbiolo

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bis 1995 Barbaresco DOCG, Costa Russi

Traubensorte: Nebbiolo

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ab 1996 Costa Russi, Lanhge DOC

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bis 1995 Barbaresco DOCG, Sori San Lorenzo

Traubensorte: Nebbiolo

ab 1996 Sori San Lorenzo, Lanhge DOC

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bis 1995 Barbaresco DOCG, Sori Tildin

Traubensorte: Nebbiolo

ab 1996 Sori Tildin, Langhe DOC

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Darmagi, Langhe DOC

Neuanpflanzung: 1978 100% Cabernet Sauvignon

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Weissweine

Rossj-Bass, Langhe DOC

Neuanpflanzung: 1984 Chardonnay und Sauvignon bianco

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Gaia & Rey, Langhe DOC

Traubensorte: Chardonnay

Jahresproduktion: ca. 25'000 Flaschen (2012)

Erster Jahrgang: 1983

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Alteni di Brassica, Langhe DOC

Traubensorte: Sauvignon Blanc

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Tresterdestillate

Grappa Darmagi

Trester von: Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc

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Grappa Gaia & Rey

Trester vom: Chardonnay

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Grappa Rossi-Bass

Trester vom: Chardonnay

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Grappa Sito Moresco

Trester von: Nebbiolo, Merlot und Cabernet Sauvignon

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Grappa di Barbaresco

Trester vom: Nebbiolo

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Grappa di Barolo

Trester vom: Nebbiolo

Ausbau: im Holzfass

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Grappa Sperss

Trester von: Nebbiolo und Barbera

Ausbau: im Holzfass

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Grappa Costa Russi

Trester vom: Nebbiolo und Barbera

Ausbau: im Holzfass

 

Ein traditionsreiches Weingut, das 1859 von Giovanni Gaja in Cuneo gegründet wurde und durch Angelo Gaja, zum Wegbereiter für das Piemont wurde. Leider hat Angelo Gaja diese Tradition zum Teil 1996 verlassen. Ganz normal erschien es wohl niemandem der sich mit Wein befasste, als Barolo und Barbaresco, Top Lagen aus dem Gaja Sortiment, zu Langhe DOC umgewandelt wurden. So ein Entscheid kann aus finanziellen Gründen getätigt werden, aber auch rechtliche Gründe können dazu führen. Angelo Gaja wird wohl einerseits gesehen haben, das seine Costa Russi Lage, wie auch die Barolo Sperss Lage nicht der Nachfrage entsprechend einfach wachsen, zudem die Tendenz eher zu weicheren Weinen mit mehr Frucht geht. Da man aber mit dem DOCG Barolo wie auch dem Barbaresco DOCG, nur mit den Nebbiolo-Trauben Weine produzieren darf, wird dieser Schritt in erster Linie aus rechtlichen Gründen geschehen sein. Aber den Entscheid dazu, so eine Herabstufung überhaupt in Kauf zu nehmen, kann eigentlich nur ein finanzieller Hintergrund gewesen sein. Nun werden nämlich die Costa Russi Weine, mit der fruchtigeren Barbera Traube verschnitten und dazu kommt, dass der Ertrag mit dem Langhe DOC pro ha grösser sein darf, als im Barbaresco DOCG. Ein weiterer Grund sind die beim Barbaresco anfallenden, längeren Lagerzeiten im eigenen Keller, bis diese auf den Markt gebracht werden dürfen. Beim Barolo ist der Entscheid sicher noch krasser, diesen zu einem Langhe DOC abzustufen. Viele haben aber diesen Schritt wohl kaum bemerkt und für den Langhe Sperss mit grösserem Ernteertrag, noch mehr als früher für den Barolo Sperss bezahlt. Auch zeigt die Tatsache, dass sich Gaja Weine heute mehr als Marke zu sehr guten Preisen verkaufen lassen und viele Leute weniger vom einzelnen Wein sprechen, als vielmehr von Angelo Gaja. Ich vermute es war Anfang der 90er Jahre, als die Zeitschrift VINUM einen interessanten Bericht über den Besuch von Angelo Gaja in Pomerol auf Château Pétrus kommentierte. Ich glaube, dass dieser Besuch ausschlaggebend war, um neue Wege für sein Weingut im Piemont zu suchen und einfliessen zu lassen.

   
2011

Rossi-Bass. Helles, klares gelb. Aus einem üblichen Weissweinglas wirkt das Bouquet frisch, aber gedrückt. Da ich aber ins Restaurant nicht nur diese 37,5cl Flasche mitnahm, sondern noch ein Glas, das aber auch nicht unbedingt das richtige Mass darstellte, sich aber überraschend gut mit diesem Wein wohl verbunden fühlte, kommen diese Notizen mit diesem Glas.
Das Bouquet aus diesem Glas wie ein Hauch, sehr fein, mit frischen, exotischen Frucht Noten. Im Gaumen dann ganz anders, erinnert er mit kompaktem und fettem Körper, geschmacklich an Ananas. Er fehlt mir etwas an offener Opulenz und das dezent bittere Finale, wird vermutlich durch den Sauvignon Blanc ausgelöst, der mir in der Kombination mit dem Chardonnay noch nie wirklich gefallen hat. Trotzdem darf man bei diesem, von einem interessanten Wein sprechen, der seine Entwicklung zur Topform, noch nicht gefunden hat.
Am 27-11-2015 +16/20 aus dem Veritas/Cabernet Merlot/Riedel-Glas. Trinken bis 2020.

   
2006

Sito Moresco. Mattes, dunkles Kirschrot, ist eigentlich die einzige Aussage, bei der man sagen kann sie passt. Nase, warm, leicht, vom Holz dominierend, rote Frucht und Süsse. Das ganze Bouquet ist so schwach, dass ich ein zweites Glas zum Vergleich bei ziehe. Im Sommelier/Chianti von Riedel, tut sich aber noch weniger als im Fine/660 von Schott, daher nehme ich nun das Schott-Glas. Im Gaumen zuerst weich und relativ fett, aber auch mit einer gewissen Pelzigkeit. Dies vergeht allerdings mit zunehmender Belüftung. Er zeigt Aromen von Amarena, Lebkuchengewürze und Oxidationsnoten. Der Wein scheint mir sehr gemacht zu sein, dass vor allem für Leute, die beim Weintrinken einsteigen wollen. Nebst der wirklich aufgelegten Süsse ist da noch eine speicheltreibende Säure am Werk und diese führt zum Kurzausdruck, Sweet - Sauer. Ich habe natürlich etwas in der Flasche gelassen um zusehen was damit am nächsten Tag los ist. Eigentlich dachte ich, er würde sich ganz einfach verabschieden, das tat er aber nicht, vielmehr baute er etwas an Säure ab, das ihn jetzt definitiv zum Lolly-Pop machte. Ein bisschen merkt man wohl doch, dass der Sarkasmus aus mir spricht. Aber ein Lutscher kostet ja auch nicht Sfr.50,--. Wer das Piemont nicht kennt sollte es mit Diesem auch nicht kennen lernen. Also ich bin nicht glücklich geworden und über Geschmack lässt sich ja streiten, aber wo da das Piemont geblieben ist, frag ich mich schon.
Am 05-10-2009 13,5/20 aus dem Fine/660/Schott-Glas.

   
2005

Barbaresco. Zapfen 5,5cm lang, wirklich ein seltenes Kaliber. Farbe: gereiftes Kirschrot. Ein sehr angenehmes Bouquet schwebt über meinem Glas. Es riecht nach Kirschen, Barrique und Gewürznoten. Im Gaumen wirkt er dann vor allem anfangs schlank, fein, rund fast zerbrechlich, mit einer angenehmen, feinen, fetten Struktur. Geschmacklich zeigt er sich warm, mit Zimt und Amarenakirschen Aromen, leider bricht er im hinteren Gaumen geschmacklich ab und trocknet zudem noch aus. Das ist für mich beim Essen nicht störend. Sein Nachhall hingegen ist höchstens 30 Sekunden und sein Abgang bleibt sogar aus. Das wiederum passt nicht ganz zum angesetzten Preis. Ich kann mir nicht vorstellen, das sich dieser Wein durch eine weitere Lagerung noch gross verbessern wird daher trinken bis 2014.
Am 10-10-2009 16/20 aus dem Fine/Burgund/Schott-Glas.

   
1991

Barolo Sperss. Dunkles, klares, ins braun gehende Ziegelrot. Der Nase nach riecht es nach ausgelatschten und ausgetrockneten Lederschuhen, zudem ist er ätherisch, rotbeerig mit Maggi Noten die Anzeichen von Oxidation angeben. Im Gaumen ist er vollmundig, fleischig zeigt Erdbeeren-Frucht Geschmack. Leider bricht auch dieser wieder Mitte Gaumen geschmacklich ab. Danach herrscht die Säure, die wiederum zum starken Austrocknen führt. Im Nachhall bleibt ein fruchtiger und mit diesem Alt-Leder behaftender Geschmack zurück. Zum Essen mag das noch passen, zum Relaxen danach würde ich ihn nicht empfehlen. ( Perfekt gelagerte Flasche )
Am 11-10-2009 eine 37,5cl Flasche 14,5/20 aus dem Fine/Burgund/Schott-Glas.
Nochmals. 13,5 Vol% Alc. Dunkles, ins Mahagonirot gehendes Bordeauxrot. Das Bouquet mit guter Frische, es erinnert an Kirschen und schwarze Beeren. Auch im Gaumen überrascht dieser immer noch, wirkt aber nebst guten Frucht-Aromen auch etwas grün. Er kommt vollmundig und immer noch mit genügend fetter Struktur an. Doch kam dieser, vor allem anfangs in unserer kleinen Barolo-Degustation, nicht in der ganzen Runde gut an. Die Aussage, die ich vor fast 10 Jahren am Schluss machte, kann ich heute immer noch unterstreichen, ein Sofa-Wein ist das auch heute nicht, zum Essen aber sicher besser als vor 10 Jahren. Wir alle hatten aber nach diesem letzten Wein genug von schwacher Frucht und überwiegenden Leder- Zimt-Aromen, es musste noch ein Burgunder geopfert werden. Blind serviert, löste dieser bei allen dann wahrliche Freude aus und stellte die Baroli weit in den Schatten, unglaublich für meine Kollegen am Tisch, es war ein Bourgogne Hautes-Côtes de Nuits 1990 von Gros Frère et Soeur mit 12,5 Vol% Alc. 17/20.
Am 28-10-2018 für den Barolo 16,5/20, diese Note noch geschrieben vor dem Bourgogne und danach nicht geändert, was ich bei einer Degustation nie mache, aber bei diesem gern gemacht hätte.

   
1987

Darmagi. Tief dunkles Bordeauxrot. In Nase zurückhaltend, tief, schwer, kompakt mit dezenter Süsse und den Noten von schwarzen Beeren. Im Gaumen fruchtig, trocken, mit etwas Holz Aromen. Irgendwie fehlt es an Harmonie und Fett. Der war vor 10 Jahren besser und interessanter. Zusammen mit dem Cheval-Blanc 1987 getrunken, der zwar leichter, aber viel harmonischer und mit einem super Bouquet glänzte.
Am 02-03-2012 15/20 aus dem Viña/504/Schott-Glas.