8, Rue du Gabion

38370 Saint-Clair-du-Rhône ( Rhône )

FRANKREICH

Tel.: 0033 474 56 33 24 / Fax: 0033 474 56 44 94

 

Besitzer: E.a.r.l. Bracoud

Gegründet: 1740

Leiter: François Bracoud

Rebenfläche: 13 ha

Rebenbestand rot: Syrah, Merlot und Cabernet Sauvignon

Rebenbestand weiss: Viognier, Chardonnay und Marsanne

 

Rotweine

Les Bonnivières, Côte-Rôtie AC

Traubensorte: 100% Syrah

Pflanzendichte: ca. 10’000 Rebstöcke pro ha, angepflanzt 1963

Parzelle von Bracoud gekauft 2001

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Vin de Pay

Traubensorten: Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah

Pflanzendichte: 5000 Rebstöcke pro ha

Ertrag: ca. 45 hl/ha

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Weissweine

Condrieu AC

Traubensorte: 100% Viognier

 Pflanzendichte: ca. 10’000 Rebstöcke/ha

Angepflanzt: 1987 selber angepflanzt

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Vin de Pay

Traubensorten: Viognier, Chardonnay und Marsanne

Pflanzendichte: 5000 Rebstöcke pro ha

Ertrag: 45 hl/ha

 

Der Betrieb wurde von der Familie Bracoud 1740 als Landwirtschaftsbetrieb gegründet. Es wurden nebst Reben auch Früchte angepflanzt. Erst ab 1976 entschloss sich François Bracoud nur noch Wein zu produzieren. Anfangs musste sich die Familie Bracoud mit den einfacheren Lagen an der Rhône, die zur Kategorie Vin de Pays gehören, begnügen. Um dennoch etwas mehr für seine Weine verlangen zu können als für die einfachen Syrah, pflanzte er auch die zugelassenen Trauben Merlot und Cabernet an, die er sogar in dem Cuvée La Roche als Bordeaux-Mischsatz vereint. Der La Roche ist somit auch sein bester Vin de Pays. Verrückt daran ist aber die Tatsache wie uns Monsieur Bracoud erklärte, dass wenn er die Qualität und somit natürlich auch den Alkoholgehalt seiner Weine aus dem Vin de Pays über 13,5 Vol% Alc. bringt, diese abgestuft werden müssen, als Vin de Table. Das wiederum bedeutet für bessere Qualität weniger Geld. So bestraft der französische Staat seine Winzer für gute Arbeit. Die andere Ansicht kann aber auch so sein, dass man einfach keine guten Weine aus den nicht Cru Lagen akzeptieren will. Noch schlimmer ist auch die Tatsache, dass François Bracoud seine Weine aus der Vin de Pays, gerne ein paar Jahre in seinem Keller zu Reifung lagern wollte. Damit wurde er jetzt mit höheren Steuern bestrafft. Die Folge daraus ist, er füllt jetzt mehr Wein in 3l Karton ab, die in Frankreich schneller verkauft sind, und dadurch weniger Lager gebühren entstehen. Das wiederum schadet vor allem seinem Ansehen im Ausland, wo die Kunden von solchen Reglungen gar nichts wissen.

   
2011

Condrieu. An einer Condrieu-Verkostung mit allen grossen Produzenten, fand ich diesen am Besten und den von Montez am Zweitbesten. Sein Bouquet wie der Geschmack ist nuancenreich, mit exotischen Fruchtaromen, filigraner und doch kräftiger Struktur. Er wirkt nicht wie viele andere, die mit diesen Aromen behaftet sind, plump und langweilig. Er war auch der Einzige, der im Abgang auch etwas zu melden hatte. Mit dem Geständnis wie Lob zu Monsieur Bracoud, er habe den besten Condrieu, meinte er, ich weiss, es war ein sehr schwieriges Jahr und von Parzelle zu Parzelle anders ausgefallen.
Am 20-01-2013 17/20 aus einem hier üblichen Rhône-Glas.
Nochmals. Goldgelb. Das Bouquet exotisch-fruchtig, mit dezenter Zimt-Note. Er ist fein und eher zurückhaltend, das vor allem, wenn der Wein zu kalt serviert wird. Im Gaumen dann weich und fein wie Butter. Die Aromen auch wie im Bouquet an exotische Früchte erinnernd, die aber zusätzlich von einer feinen Honig-Note begleitet werden. Ein Condrieu der seltenen Art, der nicht nur aromatisch gefällt, sondern auch mit langem Nachhall und druckvollem Abgang überzeugt. Ein trotz reifen Aromen offener, luftiger, keinen Falls plumper Wein der süffigen Sorte. Trinken jetzt bis ca. 2018.
Am 07-06-2015 17,5/20 aus dem Veritas/Chardonnay/Riedel-Glas.
Nochmals. Ganz klares Goldgelb. Er geht im Bouquet nun weg von exotischen Fruchtaromen, bringt nun mehr Lindenblütentee mit Apfel-Aromen, wobei am zweiten Tag die Tee-Aromen deutlich überwiegen. Im Gaumen aussergewöhnlich und kaum einem Condrieu nahe, aber mit sehr viel Kraft und kaum zu beschreibenden Aromen. Seine Struktur ist fein und trocken, ohne Oxidation, aber doch irgendwie an einen Sherry erinnernd. Er ist jetzt mehr zum sehr kraftvollen Aperitifwein mutiert, bei dem der Nachhall kaum aufhört. Zum Essen sehe ich ihn am besten mit Gerichten, die mit Safran fein abgeschmeckt werden. Es spielt dabei wohl keine Rolle, machen Sie das mit Fisch oder Fleisch.
Am 12-03-2016 16/20 aus dem Veritas/Chardonnay/Riedel-Glas.

   
2010

Côte-Rôtie Les Bonnivières. Aus einer Magnum, die bis zur Hälfte getrunken war und 24 Stunden, nur mit dem Korken verschlossen ruhte. Danach tief dunkles Bordeauxrot. Konzentrierte Pflaumen-Zwetschgen und auch etwas von diesem geräucherten Speck im Bouquet. Es duftet besser, wenn Sie das Glas bei diesem Wein nur kurz schwenken, dann nach kurzer Zeit das Bouquet geniessen. Ich finde dieser Côte-Rôtie wiederspiegelt die Eigenschaften, wie sie für so einen Wein sein sollte, auf sehr gute charaktervolle Art. Kraft und Frucht in bestem Einklang, mit dem Holz zu dem auch diese geräucherten Specknoten, wie sie in vielen Côte-Rôtie Weinen vorkommen. Er ist jetzt schon gut, wenn Sie ihn Minimum eine Stunde zuvor in der Karaffe atmen lassen, aber Leute, die einen guten Keller haben werden wohl ab 2020 noch mehr Spass daran finden.
Am 04-08-2017 17/20 aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas. Trinken jetzt, bis 2030.

   
2009

Côte-Rôtie Les Bonnivières. Dunkles, mattes Kirschrot. Das Bouquet kraftvoll, tief, ein guter Mix aus Barrique und Rotbeerenkonfitüre mit Holzröstaromen. Im Gaumen sehr fein, fett und auch geschmacklich stimmt die Balance zwischen Holz und Frucht hervorragend. Ein Wein, der wie Butter und Schmelz zusammen den Gaumen durchgleitet. Er ist wohl bald auf seinem Höhepunkt angekommen, lässt aber sicher jetzt schon manchen Syrah-Freund vor Güte in die Knie gehen. Minutenlanger, fein anhaltender Nachhall, mit dezentem Abgang.
Am 12-03-2016 17,5/20 aus dem Vina/404/Schott-Glas. Trinken sicher bis 2022.

   
2006

Côte-Rôtie Les Bonnivières. Vorabzug aus dem Keller. Nach dem 2005er getrunken. Spricht mich im Moment noch mehr an, zeigt jetzt schon herrliche Vanille-Noten und ist feiner als der 2005er. Bracoud stimmt dem Feinen zu, er meint jedoch der 2005 sei kräftiger. Wir werden sehen Monsieur Bracoud.
Am 16-08-2008 16,5/20 aus einem viel zu kleinem Ballon-Glas, darum Noten mit Vorbehalt.

   
2005

Côte Rôtie Les Bonnivières. Im Keller bei Monsieur Bracoud degustiert. Tief dunkles Bordeauxrot. Sehr fein und ausgewogen in der Nase. Im Gaumen zuerst Süsse, dann zeigt er Kraft und frisch, fruchtige Säure. Ein typischer Côte-Rôtie mit unverkennbarem Geschmack und mittlerer Länge im Abgang. Zum Essen jetzt schon gut, für die richtige Reifung braucht es noch etwas Geduld.
Am 16-08-2008 16/20 aus einem viel zu kleinem Ballon-Glas, darum Noten mit Vorbehalt.